Lesen lernen – wie es bei uns war

Ich habe das große Glück, dass meine beste Freundin Bibliothekarin ist, und das nicht nur mit Leib und Seele, sondern sich auch auf Kinderbücher spezialisiert hat. Also werden wir immer mit Tipps und Büchern versorgt!

Aber nicht nur sie, auch alle anderen in unserem Umfeld lesen gern. Also lesen nicht nur Mama und Papa gern und viel vor, sondern auch alle Omas und Opas, sowie Tanten und Onkel.

Was habe ich mich auf den Zeitpunkt gefreut, als wir endlich, ENDLICH Bücher mit unserer Tochter anschauen konnten! Ich habe dem Moment regelrecht entgegen gefiebert! 😉 Die nächste Steigerung war dann der Umstieg von Wimmelbüchern u.ä. auf Bilderbücher MIT TEXT!

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So konnte es passieren, dass sie mir beim Abholen von der Kita mit einem Buch entgegen kam. Dieses habe ich dann natürlich vorgelesen und schwupp, die wupp, hatte ich die ganze Gruppe um mich herum. Der Lütte hat das auch gemacht, aber leider fanden das die Erzieher doof…
Wir haben auch immer über die Bilder und Geschichten gesprochen, Fragen gestellt (Wo ist der rote Eimer?), Lieder passend zu den Bildern gesungen (also ich habe gesungen – z.B. „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“).

Besonders wichtig war und ist mir immer noch, dass wir Bücher aussuchen, die auch mir Spaß machen. Um Freude an Bücher zu vermitteln, kann es ja nicht verkehrt sein, wenn der Vorleser sich ebenfalls amüsiert…
Die einzigen pädagogischen Bilderbücher, die wir jemals Zuhause hatten, hatten zwei Themen, dass Kinder nicht mit Fremden mitgehen dürfen und was passiert, wenn wir ein Baby bekommen.
Wir haben uns auch nie vor zuviel Text gescheut. Wenn es für uns, für die Kinder oder die Situation zuviel war, haben wir entweder beim Lesen abgekürzt oder ein anderes Buch gelesen. Abkürzen und Stellen auslassen ist für uns ein ganz legitimes Mittel, gerade Kleinkinder verstehen oft noch nicht jeden Nebensatz.

Wenn uns, mir oder dem Kind ein Buch nicht gefallen hat, sprechen wir auch darüber. Dann fallen Sätze wie: „Das war ja komisch.“ oder „Hast du das verstanden?“ oder auch „Mir hat das Buch nicht gefallen und dir?“ Unser Austausch ist immer offen, wenn das Kind die Geschichte mag, lesen wir sie weiterhin vor.

Wir haben unserer Großen auch in der ersten und zweiten Klasse noch weiter vorgelesen und ab und zu abgewechselt dabei. Das Kind ein kleines Stück, der Große etwas mehr.  Leseanfänger lesen noch jeden Buchstaben, da kann schon 10x dasselbe Wort/ derselbe Name gestanden haben, sie lesen anders als wir. Also lasst ihnen Zeit. Das wird!

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Insgesamt haben wir NIE von unserer Großen gefordert, dass sie lesen soll. Wir haben ihr in dieser Beziehung sehr viel Freiraum gelassen. Irgendwie sind wir davon ausgegangen, dass sie es einfach lernen will. Außerdem haben wir gerade in der Anfangszeit permanent für interessanten Lesenachschub gesorgt. 😉

Seit der 3. Klasse hat unser Austauch noch andere Dimensionen angenommen. Nicht nur ich habe ihr die Bücher gezeigt, die ich als Kind geliebt habe. Auch sie hat mir ihre Favoriten zu lesen gegeben. Es ist so schön. Ich liebe es!

Ich bin schon gespannt, wie das Lesen lernen bei unserem Kleinen abläuft. Vor allem weil die Große sich nicht für Detektivgeschichten begeistern kann. Daher hege ich als großer ???-Fan noch Hoffnung… 😉 Bis dahin, lesen wir einfach weiter.

Ganz liebe Grüße
eure Sandra

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Eingeordnet unter Familienleben, Lieblingsbücher

Es grünt so grün in London!

So, ihr Lieben, da bin ich wieder. Hier ging es in den letzten Wochen SEHR turbulent zu, so dass ich wirklich nicht zum Bloggen gekommen bin.

Deswegen kommt heute der versprochene Post über unseren wundervollen Urlaub. Endlich!

Bitte erlaubt mir etwas auszuholen.

Wir sind ja recht früh Eltern geworden und damit hatten wir vorher relativ wenig Zeit zu reisen. Mit den Kindern hatten wir dann keine Lust auf eine lange Anreise und haben daher Urlaube im 300 km Umkreis von HH gemacht. Als wir letztes Jahr überlegten, wohin es 2017 gehen soll, hatten wir so konkrete Vorstellungen, dass wir nichts Passendes gefunden haben. Je länger die Suche dauerte, desto größer wurde unsere Sehnsucht mal etwas ganz anderes zu sehen. Ganz langsam kam eine Idee auf, die erst recht verrückt klang, aber dann immer logischer erschien. Schließlich haben wir einfach losgelegt, Hotel reserviert, Flüge gebucht und allen Freude strahlend verkündet:

 

Wir fliegen nach LONDON!!!!!!!!!!!!!!!

 

Mein Liebster und ich waren jeweils als Teenager dort und sind beide der Stadt sofort und unrettbar verfallen. Jeder für sich, hatten wir getrennt von einander vor so vielen Jahren entschieden: Das wird nicht der letzte Besuch gewesen sein.

Und nun das: Wir, die sonst nie irgendwohin gefahren sind, wollten mit unseren Kindern in so eine große Metropole, die nun leider auch aktuell und in den letzten Jahren immer wieder Ziel von Anschlägen ist. Ja, all diese Dinge sind uns in den Sinn gekommen und noch mehr, dass nur ein Kind etwas Englisch sprechen kann, dass es dort gefährlich sein könnte, dass ein Städtetrip anstrengend sein kann, dass unser kleines Kind, nicht die ganze Zeit laufen wird, dass beide Kinder keine große Museumserfahrung haben und wie wird das wohl mit dem Essen…

Aber nach und nach haben wir uns all dem gestellt und Lösungen dafür gefunden. Wir haben verschiedene Ausflüge in die HH-Innenstadt ohne Buggy gemacht. Wir haben bei Google nach Restaurants, Pubs und Bistros geschaut, in Laufnähe unseres Hotels, um abends keine großen Strecken mehr bewältigen zu müssen. Wir haben uns informiert, welche Buslinien wir nutzen können. Wir haben den Kindern Bilder und Videos auf Insta gezeigt, dem kleinen Kind ein „My first London Book“ bestellt, gemeinsam „Paddington“ geguckt und von meiner lieben Freundin, einen London Reiseführer geschenkt bekommen, den wir alle gelesen haben und in welchem jeder seine Wunschkreuzchen machen konnte und schlussendlich für die 5 Tage ein festes 3-Tageprogramm erstellt.

Und bei all dem haben wir uns einfach immer nur gefreut. Wie Kinder vor Weihnachten. Juchu, wir dürfen nach London! Juchu, wir machen das wirklich wahr! Juchu, es wird so toll!
Klar, haben wir gemerkt, dass nicht alle unsere Entscheidung nachvollziehen konnten, aber das haben wir von uns abperlen lassen, wie in einer Putzmittel-Werbung. Wir wussten einfach, ganz egal was passiert, es wird einfach super. Felsenfest war unsere Überzeugung.

Ihr ahnt es schon und ich hatte es ja auch bereits angedeutet: es war noch wundervoller, als wir es uns ausmalen konnten!

Es fing bereits mit dem Flug an, es war ja der erste Flug für den Lütten und unser Süßer hat dagesessen, als würde er jede Woche fliegen, so cool. Unsere Koffer waren die ersten auf dem Gepäckband, das Wetter war die ganze Zeit über fantastisch, Sonne satt und schöne 20-25 Grad, das Hotel toll, alle Mitarbeiter sehr nett, und obwohl es eher ein Businesshotel ist, hatten wir zu keiner Zeit das Gefühl, wir würden nicht dorthin passen. Es waren nur wenige Fußminuten zum Tower und zur Tower Bridge und auch die Kinder haben sich auf Anhieb in diesen Anblick verliebt. Wir sind ein bisschen vor Freude auf und ab gehüpft und haben ein paar klitzekleine Tränchen weggeblinzelt.

Tower Bridge, London, UK

Tower Bridge, London, UK

Ich war einfach so dankbar und überwältigt, dass wir wirklich dort waren und alles noch genauso schön war, wie in der Erinnerung und dass wir sogar mit unseren Kindern dort waren, etwas, was wir uns damals nicht so gedacht hatten.

Tower of London, London, UK

Tower of London, London, UK

Wir sind direkt am ersten Tag mit einem der alten roten Doppeldeckerbusse gefahren (60 Jahre alt!), haben den leckersten Espresso Londons getrunken und die Kinder haben jeder ein Stück Nougat geschenkt bekommen.

Es gab für jeden von uns spektakuläre Sachen zu entdecken. Ein paar Highlights des Lütten waren:

die Tower Bridge, die Paddington Statue, der Diana, Princess of Wales, Memorial Playground, der Garten des Geffrye Museum, die lebenden Lobster auf dem Borough Market, oben im Bus zu fahren, etc.

Die Große hat sich direkt im ersten Laden in der Portobello Road etwas Schönes gekauft, Big Ben zu sehen, hat sie sehr beeindruckt, der Ausflug in einen echten Süßigkeitenladen und sich dort auszusuchen, was und wieviel sie möchte, die Royal Mews, der Buckingham Palace, einfach all die Plätze aus dem Englischunterricht zu sehen, das überaus leckere Essen in London, die schönen Kleider von Lady Di im Kensington Palace, unsere Picknicks in den diversen Parks waren für sie einige der schönsten Erlebnisse.

St. James Park, London, UK

St. James Park, London, UK

Für uns war die gesamte Reise einfach nur schön, ein einziges Highlight. Es war ein bisschen so, als wären wir die Kinder, die ihre Eltern immer wieder auf tolle Dinge aufmerksam gemacht haben. Egal wo wir hinkamen, immer gab es dort eine kleine Überraschung für uns, mit der wir nicht gerechnet haben. Sei es das Streichquartett im Covent Garden, der lustige Museumsmitarbeiter, das tolle Essen, der liebevoll geplante Spielplatz, die nette Verkehrspolizistin, die uns mithilfe ihres privaten Handys geholfen hat, den richtigen Bus zu finden.

Geffrye Museum, London, UK

Geffrye Museum, London, UK

Geffrye Museum, London, UK

Geffrye Museum, London, UK

Überhaupt hat London die nettesten und auskunftfreudigsten Polizisten, die wir je erlebt haben, denn nur dadurch haben wir die Queen und Prince Philipp gesehen! Ehrlich wahr! Eigentlich wollten wir Mittwoch früh gleich als erstes zu St. Paul’s, aber dort war abgesperrt, weil, so die Auskunft des netten Bobbys, die Queen gleich kommen sollte, also haben wir nur 15 Min. an der Straße gewartet und dann ist sie mit ihrem weinroten Rolls Royce an uns vorbeigefahren. Das war so überraschend, dass wir uns immer wieder gegenseitig versichern mussten, dass wir sie tatsächlich gesehen haben. So ganz spontan und ungeplant.

An unserem letzten Abend saßen wir vier daher mit langen Gesichtern in unserem Hotelzimmer und waren sehr traurig, dass die schöne Zeit nun vorbei sein sollte, wir wollten alle so gern noch bleiben.

Temple, London, UK

Temple, London, UK

Und dann kam der komplette Systemausfall von British Airways und auch wenn das erst eine echte Herausforderung war, denn so etwas hatten wir noch nie erlebt und auch niemand, den wir kannten. Wir hatten bereits unsere Koffer abgegeben, waren durch die Sicherheitskontrolle gegangen, warteten im Transitbereich und bekamen dann die Info: „Ihr Flug ist gestrichen. Bitte verlassen Sie den Flughafen und buchen Sie neu!“ Das war so verunsichernd, das Wlan von Heathrow war überlastet, die ersten neuen Flüge gab es erst 2 Tage später, dann die Entscheidung, ok wir gehen jetzt und schauen, ob wir einen Zug bekommen, schließlich sind wir ja in Europa… In der U-Bahn, dann die erste Erleichterung, „Gott sei Dank, keine B O M B E!“ Dann noch der Schreck, auch kein Zug vor Montag, aber noch Zimmer in unserem Hotel…

Schließlich haben wir ganz bewusst die Entscheidung getroffen, dass wir uns von den Umständen jetzt nicht verrückt machen lassen, denn uns ging es gut und dass wir die zusätzliche Zeit einfach nur genießen werden! Und so kam es dann auch, wir haben nicht mehr viel gemacht, aber alles voller Liebe und Freude im Herzen für uns und unsere gemeinsame Zeit in dieser wundervollen Stadt. Wir haben es einfach als Abenteuer gesehen und ganz ehrlich, auch wenn 3 Tage ohne frische Sachen und 12 Stunden Zugfahrt von London über Lille, Brüssel, Köln und Hannover nach Hamburg sicherlich kein Spaziergang sind, war es eigentlich ganz easy.

Wir sind uns in dieser Woche so nah gekommen und haben so viele verschiedene, überwältigende Sachen erlebt, dass wir nicht nur lange davon zehren werden. Es war auch ein echter Glaubensbeweis, denn was wir uns gewünscht haben, ist nicht nur in Erfüllung gegangen und sondern war noch viel schöner, als wir es uns je erträumt haben!

Eure Sandra

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Eingeordnet unter Familienleben, Urlaub

what i wanted to do oder auch meine Träume

Ich stelle mir schon seit langem die Frage, was möchte ich eigentlich mit meinem Leben machen.

Beziehungsweise frage ich mich, was macht mich wirklich glücklich?
Was wollte ich eigentlich von meinem Leben?
Was wollte ich erleben?
Welche Träume hatte ich als junges Mädchen bzw. bevor ich Mutter wurde?

Anfangen hat es mit einem zwanzig Euroschein meiner Oma: „Hier, kauf dir(!) was schönes!“
Ich wusste, sie wollte mir eine Freude machen und zwar nur mir. Nur, womit mache ich mir mit 20€ eine Freude? Ich habe so lange sparen müssen, dass es mir kaum Freude bereitet Geld für Bücher, Geschirr, Deko oder ähnliches auszugeben.

Dieser Moment war der Anstoß mir darüber Gedanken zu machen, wer ich wirklich bin und bin ich diejenige, die ich sein will und immer sein wollte? Schließlich bin ich jetzt erwachsen, da muss ich doch irgendwie fertig sein – dachte ich als Kind zumindest immer.

Ich muss zugeben, dieser Moment ist fast 3 Jahre her. Seitdem beschäftige ich mich immer mal wieder damit.

Der Hintergrund meiner Überlegungen ist der, dass ich mittlerweile Erfahrungen gemacht habe, die ich nicht wiederholen werde. Sie sind vorbei. Es wird kein nächstes Mal geben. Diese Erkenntnis führte direkt zur Nächsten:

Ich möchte mein Leben nicht mit Warten verbringen oder am Ende feststellen, dass ich bestimmte Dinge nicht erlebt habe, weil ich vergessen hatte, dass ich sie tun wollte. Argh. Wie schrecklich ist das denn? Wenn man nicht mehr weiß, dass man etwas tun wollte und irgendwann ist es zu spät.

Jaja, ich weiß, das klingt alles etwas endzeitlich und so. Aber es stimmt doch.

Also, als junges Mädchen wollte ich unbedingt Kanada sehen, vielleicht sogar dort studieren. Ich habe es mir toll vorgestellt, die Route 66 mit dem Motorrad runter zu düsen. Ich wollte immer ein Buch über meine Familie schreiben. Außerdem habe ich mir vorgestellt, wie ich meine Wohnung mit Stoffen aus der ganzen Welt dekoriere. Und später im Alter voll die coole Oma bin.

Mittlerweile sind neue Dinge wichtig – boah, was möchte ich gern mal länger als nur 1-3 Wochen im Jahr ohne Jacke draußen rumrennen, weil es so warm ist.

Ich möchte die amerikanische Ostküste sehen. Überhaupt möchte ich mehr reisen, ich möchte auch Orte wiedersehen, die mich als Teenager (London, Rom,…) berührt und beeindruckt haben.
Einen Roadtrip stelle ich mir immer noch toll vor, allerdings ziehe ich mittlerweile das Auto vor. Aber auch eine Europa-Interrail-Reise würde mir sehr gut gefallen! So ähnlich wie hier. Das Interrailticket gibt es übrigens noch, wir haben das schon recherchiert.

Ich will mit meiner Familie jeden Tag wie ein Fest erleben. Jede Menge Spaß, Leichtigkeit und Genuss. Ich möchte meinen Kindern Freude am Leben vermitteln, auch wenn der Alltag und die Umstände nicht immer so sind, wie sie es gern hätten. Ein echtes Vorbild ist für mich Joanna, vor allem in ihren älteren Posts wimmelt es vor Inspirationen was mit Kinder alles möglich ist!

Überhaupt mehr machen, einfach machen und sich nicht von Angst oder von was-könnten-die-anderen-denken oder auch von einem so-jung-bist-du-ja-auch-nicht-mehr abhalten lassen.

In diesem Sinne, wünsche ich euch eine fantastische Woche!
Sandra

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