Monatsarchiv: Februar 2015

Es ist nur eine Phase oder Kochen für Kinder

Da schrieb ich doch gerade erst, voller Zuversicht und mit der vergangenen Erfahrung, „Und die Kinder mögen es auch…“ und nun so etwas.

Das Schulkind hat sich dem Paprika-Sahne-Hähnchen verweigert. Ich habe es genauso gekocht wie letztes Schuljahr, genau so wie es letztes Schuljahr immer wieder vom Schulkind gewünscht worden war. Es waren zuviele Paprika-Stückchen drin. Ich brauche einen neuen Pürierstab! ECHT! Ich habe schon seit einer Weile das Gefühl die Klingen seien nicht mehr scharf. Aber das nur am Rande.
Das Schulkind hatte also keinen Hunger und aß gerade so 1,5 EL Reis. Pur. Und Yoghurt mit Honig. Zum Nachtisch. Aber auch nur 1,5 Schüsselchen. Lieber schmökerte es in seinem Drachenbuch.

Es ist also amtlich, das Schulkind entwickelt sich zum mäkeligen Esser. Und dass obwohl es immer so gut unkompliziert gegessen hatte. MOMENT stimmt das überhaupt?!

Es ist doch so, häufig fällen wir Urteile , die nicht unbedingt objektiv sind. In diesem Fall, das Schulkind mochte noch nie Kohl, keinen gekochten Rotkohl, kein Sauerkraut, keinen Rosenkohl, keine Kohlrouladen,….

ABER es ist ganz gern Rotkohl-Rohkostsalat. Im Zuge der Entdeckung der „Hotzenplotz“ Bücher probierte es ein paarmal Sauerkraut. Auch winzige Rosenkohlstückchen fanden ab und zu ihren Weg in den Mund.

Die anderen Gemüsesorten, die es mag, nenne ich jetzt nicht. Nach Murphy´s Law wird genau dabei dann gemeckert. Nur soviel, es sind nicht wenige. Obst ist auch dabei und Fisch und, und, und. Aber ja, es stimmt auch, dass immer öfter gemeckert wird und ich dass dann oft NERVIG herausfordernd finde.

Aber warum stört es mich? Wenn ich ein bisschen darüber nachdenke stelle ich fest, dass ein Kommentar wie z.B. „Iiih, das esse ich nicht!!!!“ ein ganzes Konglomerat an Gefühlen und Gedanken auslöst. Es ist alles dabei: „Na danke schön, ich habe ja nur ewig in der Küche gestanden! Und mir viel Mühe gegeben! Sonst hast du es auch immer gegessen! Ich wusste es! Hat das Kind denn keinen Hunger? Es gibt nichts anderes! Und auch keinen Nachtisch! Da muss ich jetzt hart und konsequent bleiben! Aber immer nur Süßkram essen wollen! Es ist doch schon so dünn! Ist es inkonsequent, wenn ich erlaube, dass es sich ein Brot macht?“ Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Vor ein paar Jahren sprachen wir Kita-Elternvertreter mit der Leitung und der Hauswirtschaftsleitung über das Mittagessen. Dabei kam heraus, dass die Schulkinder (die nachmittags zur Hortbetreuung kamen) mäkeln und kein Gemüse mehr mögen würden. Ich hakte nach, wieso „mehr“? Und überhaupt nur diese, jetzigen, aktuellen Schulinder, oder wie? Die Hauswirtschafterin lächelte, im Laufe der vielen Jahre haben sie festgestellt, dass die Schulkinder zu Gemüseverweigerern und Mäkelfritzen mutierten. Immer wieder. Dieselben Kinder, die in der Krippe noch begeistert ALLES aßen, wurden nun wählerisch. Wir lachten alle ein wenig hilflos und trösteten uns damit dass es wohl nur „eine Phase“ sei.

Alle erfahrenen Eltern nicken jetzt und sind trotzdem nicht schlauer. Denn wie wir wissen, nach der Phase ist vor der Phase. Was also tun?

Zunächst einmal locker bleiben! Oma hat recht, wenn sie sagt: „An einer vollen Krippe ist noch nie jemand verhungert.“ Sie verhungern nicht unsere Süßen!

Ok und wie weiter?

Wir machen uns bewusst, dass wir ja nicht nur für unsere Mäkelfritzen kochen, sondern auch für uns selbst und die anderen Familienmitglieder.

Dann öffnen wir unseren Blick und überlegen, was sie doch gern essen und servieren das einfach regelmäßig. Und wenn es eben Rohkost ist. Ab und zu mogeln wir etwas unter und freuen uns sehr, wenn es unbemerkt bleibt! Ansonsten immer locker lassen!!!

Ich gebe Euch jetzt bewusst keine Ratschläge wie, dann aber keinen Nachtisch! Oder irgendetwas in der Art. Das muss jede Familie für sich entscheiden. Uns ist wichtig, dass das Thema Essen nicht zu wichtig wird. Gesunde Ernährung ist wichtig, keine Frage! Wir wollen gesund, schön, klug und fit bleiben! Das wissen auch die Kinder. Aber wir haben noch 10000000 andere Dinge über die wir reden, streiten und lachen wollen.

Wer sich für weitere entspannte Dinge zum Thema Essen mit Kindern interessiert, kann bei Herbert Renz-Polster  und seinem Buch „Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt.“ reinschauen.

Und jetzt alle mal hinstellen, Beine hüftbreit auseinander, leicht in die Knie gehen, die Hüfte schwingen und immer locker mit dem Beat….

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Paprika-Sahne-Hähnchen

Heute gibt es bei uns einen Familien-Klassiker   –   Paprika-Sahne-Hähnchen.

Paprika-Sahne-Hähnchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Wir essen zu den Hähnchen meist einfach nur Reis, weil ich die Paprika in der Soße verstecke… Denn Paprika wird von den Kindern lieber roh gegessen. Wer noch ein paar zusätzliche Vitamine und Eyecatcher haben möchte, der bereitet noch einen grünen Salat oder Erbsen zu.

Paprika-Sahne-Hähnchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Aber auch mit Brot schmeckt es lecker. Dann würde ich allerdings mehr Soße machen, damit man das Brot besser stippen kann.

Paprika-Sahne-Hähnchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Das Gericht lässt sich nicht nur sehr gut vorbereiten, es ist auch fix fertig. Und die Kinder mögen es auch… Dieses Mal habe ich eine größere Portion gekocht und einen Teil eingefroren, denn das funktioniert ebenfalls hervorragend. Zusammen mit Express-Reis hat man ein tolles Essen, wenn die Zeit mal knapp ist. Oder noch knapper als sonst.

Paprika-Sahne-Hähnchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Rezept: 

500g Hühnerbrust
4 Paprika, bunt oder nur rote oder nur gelbe oder…
1-2 Zwiebeln
1 Becher Sahne o.ä.
1/2l Gemüse- oder Hühnerbrühe, was vorhanden ist
Paprikapulver, Salz, Pfeffer, neutrales Öl

Die Hühnerbrust waschen, abtupfen und in kleine Schnitzel schneiden. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Schnitzel darin anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen und anschließend aus der Pfanne nehmen. Währenddessen die Paprika und die Zwiebel klein schneiden. Wenn Ihr es NICHT verstecken wollt, dann bitte in mundgerechte Stücke schneiden. Wenn alle Schnitzelchen gebraten wurden, die Zwiebeln mit den Paprika anbraten und mit der Brühe ablöschen, anschließend die Sahne hinzufügen. Auf niedrigerer Temperatur köcheln lassen.

Nach ca. 10-15 Minuten, die Paprika sollte etwas weicher sein, von der Platte nehmen und die Soße mit dem Pürierstab durchmixen. Ihr könnt auch einen Mixer o.ä. verwenden. Anschließend mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken. Wer es kräftiger mag, kann auch einen Geflügelfond verwenden. Anschließend die Schnitzel wieder zur Soße geben und noch etwas köcheln lassen, so ca. 15 Minuten, damit das Fleisch auch wirklich durch ist.

Lass es Euch gut gehen!
VG, Sandra

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23. Februar 2015 · 12:00

Schokoladenkuchen mit Koffein-Kick

Bei uns ist der Februar der Feier-Monat schlechthin. Geburtstag reiht sich an Geburtstag, einige Tage sind doppelt und dreifach belegt. Daher wird es in den nächsten Tagen ein paar Beiträge mit Kuchen und Partyhäppchen geben.

Heute stelle ich Euch meinen heißgeliebten, vielfach erprobten und herrlich saftigen Schokoladenkuchen mit Koffeinkick vor.

Schoko-Espresso-Kuchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Aufgrund des Kaffee-Aromas, dass besonders bei der Latte-Macchiato-Creme toll zur Geltung kommt, ist es ein fantastischer Geburtstagskuchen für Erwachsene.

Schoko-Espresso-Kuchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Eigentlich wird er in einer Springform gebacken, ich brauchte dieses Mal aber mehr Stücke und habe die 1,5fache Menge genommen und ein Backblech verwendet. Das ging auch super! Es reduziert sich lediglich die Backzeit, da der Kuchen flacher wird.

Schoko-Espresso-Kuchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Am nächsten und übernächsten Tag schmeckt er sogar noch viel besser! Vielleicht als kleine Köstlichkeit zum Frühstück… Sollte denn etwas übrig bleiben!

Schoko-Espresso-Kuchen tomatenstulleblog.wordpress.com

Im Rezept gebe ich Euch die normalen Mengen an:

Für den Teig:

150g Schokolade 70%, gehackt
150g Butter
6 Eier
250g Zucker
3 TL Vanillezucker
75g Mehl
5 TL Instant-Kaffeepulver

Für die Latte-Macchiato-Creme:

100g weiße Schokolade, gehackt
375g  Sahne
2 TL Instant-Kaffeepulver

Wichtig ist, dass alle Zutaten Zimmertemperatur haben. Vor allem die Eier. Wenn ihr das vergessen habt, legt sie ein paar Minuten in warmes Wasser.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen, die Springform mit Backpapier belegen und buttern.
Die Schokolade mit der Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.
Die Eier mit der Vanille und dem Zucker zu einer hellen, schaumigen Masse schlagen. Die Masse sollte sich mindestens verdoppeln. Es dauert also seine Zeit. Ich habe dieses Mal mit der Küchenmaschine gearbeitet, da geht es dann ganz easy!
Mehl und Kaffeepulver BEHUTSAM untermengen, die Luft soll im Teig bleiben! Genauso vorsichtig die Schoko-Butter unterziehen. Dann in die Form damit und ab in den Ofen für 35-40 Minuten. Oben sollte sich der Kuchen fest anfühlen, aber innen (Stäbchenprobe) noch klebrig sein.

Für die Creme die weiße Schokolade schmelzen und abkühlen lassen. Dann die Sahne mit dem Kaffeepulver dazu geben und ERST DANN aufschlagen.

Ihr könnt die Creme auf dem Kuchen verteilen und zusätzlich mit etwas Kakaopulver bestäuben oder Ihr serviert sie dazu, wie Ihr mögt.

Ein schönes Wochenende wünscht,
Eure Sandra

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20. Februar 2015 · 10:00