Monatsarchiv: Juli 2017

Wochenendausflug in die Eulenspiegelstadt Mölln

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochendende und ihr könnt frisch und erholt in die neue Woche starten.
Wir waren an der Ostsee und es war soo fabelhaft, sommerlich und wundervoll, dass ich glatt überlegt habe, meine Mölln-Tipps erst im Herbst zu posten, weil am vorletzten Samstag das Wetter eher nicht so toll war…

Meine beste Freundin war bei uns zu Besuch – ja die von der ich schon einmal berichtet habe. Wer mir auf Instagram folgt, konnte in den Stories sehen, wie wir unsere Abende verbracht haben. 🙂
Daher waren wir zu fünft in Mölln, wir sind ganz spontan und ohne Plan hingefahren und hatten wie immer ein Picknick dabei.

Haus_Mölln

Mölln Marktplatz

Leider hörte der Regen, entgegen aller Hoffnungen, während wir unterwegs waren nicht auf und als wir dann neben dem Ortseingangschild ein „Wilkommen in der Eulenspiegelstadt Mölln“ lasen, war klar, was wir als erstes machen werden! Google sei Dank wussten wir schnell, dass es tatsächlich ein Eulenspiegelmuseum gibt und wo es ist. 😉

eulenspiegel museum_außen2

Für alle, die es nicht mehr so in Erinnerung haben:

Till Eulenspiegel ist ist vor allem durch seine Streiche, den er „braven Bürgern“ gespielt hat, bekannt. Typisch für die Komik der Geschichten ist, dass Till seine Mitmenschen gern beim Wort genommen hat. So entsteht eine Komik, die die Autoritäten untergräbt und so auf die Missstände seiner Zeit aufmerksam macht. Er ist wohl 1300 geboren und soll 1350 in Mölln gestorben sein. Aufgeschrieben wurden die Geschichten erstmals 1510.

Meerkatzen

till bunt

till

Till Eulenspiegel soll als Narr verkleidet durch die Lande gezogen sein, weil ihm diese Verkleidung es erst ermöglichte die Menschen auf „die Schippe“ zu nehmen und gesellschaftskritische Dinge auszusprechen, die ihm sonst mehr als nur Ärger eingebracht hatten. In der damals herrschenden Ständegesellschaft hatte jeder von Geburt an seinen ihm zugewiesenen Platz und damit waren nicht nur seine Rechte und Pflichten vorherbestimmt, sondern auch Entfaltungsmöglichkeiten beschränkt.

eulenspiegel museum innen

Das Eulenspiegelmuseum selbst ist klein und fein und auch für Kinder gibt es einiges zu entdecken, auch wenn ich finde, dass man mehr daraus hätte machen können. Da der Eintrittspreis nicht allzu hoch ist und wir auch immer wieder gern lokale Kultureinrichtungen unterstützen, erst recht bei Regen ;), können wir einen Besuch dennoch empfehlen.

Vor allem wenn ihr gleich das Kombiticket kauft und euch auch das historische Rathaus anguckt! Die Ausstellung ist wirklich toll. Es ist eine Mischung als lokaler Geschichte, aktuellen Künstler der Region und auch Gesellschafts- und Alltagsgeschichte.

Sonntagsausflug

Es gibt eine Szene zum Thema Biergarten, diverse Spielsachen (die sich leider auf den Fotos nicht gut gemacht haben…), die verschiedensten Alltagsgegenstände, aber auch Sticktücher und damit verbunden ein kleiner Ausflug in die Mädchenbildung des 19. Jahrhunderts, etc.

alter Herd

Am besten hat mir der komplette Barbiersalon gefallen! Einfach toll!

Barbier

Während wir im Museum waren, konnten wir nicht nur die Ankunft einer Braut beobachten (wieder kein Foto), es hörte auch zu regnen auf, so dass wir noch gemütlich durch den Ort schlendern, picknicken und Eis essen konnten.

Noch 5 Grad mehr und ich wäre in den See gehopst!

Viele Grüße
Sandra

 

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London mit Kindern – Was anschauen?

Endlich sind unsere Fotos da und das wollte ich zum Anlass nehmen, um noch einmal genauer auf unseren London Urlaub einzugehen und euch ein paar Tipps zu geben und damit es nicht zu viel Text wird, mache ich das in zwei Posts.

Willkommen bei London mit Kindern – Teil 1!

Da wir im Mai wirklich tolles Wetter hatten, waren wir viel draußen, um die Sonne zu genießen.
Ich finde, beim ersten Besuch lassen sich viele Sehenswürdigkeiten auch sehr gut von außen begucken, um einen ersten Eindruck der Stadt zu bekommen: Big Ben, Houses of Parliament, Westminster Abbey, Buckingham Palace, Tower Bridge,…

Daher waren wir in kleinen Museen, die sich „schnell“ angucken lassen. Auch weil unser 3,5jähriger noch nicht die größte Aufmerksamkeitsspanne hat…

Im Geffrye Museum, ein umgebautes Armenspital aus dem 18. Jahrhundert, wird der Wandel der Wohnkultur vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart am Beispiel von Wohnzimmern gezeigt. Es gibt auch spezielle Rätseltafeln für Kinder, die auch unser Jüngster spannend fand. Er ist immer vorgelaufen und rief dann: „Kann mir das bitte jemand vorlesen?“

geffrye museum
Das Geffrye Museum hat außerdem einen wunderschönen Garten, den unsere Kinder gar nicht mehr verlassen wollten, ein tolles Café und einen liebevoll ausgestatteten Museumsshop. Der Eintritt ist frei, Spenden werden gern angenommen.

Außerdem waren wir im Kensington Palace. Für den ersten Teil der Ausstellung hätte ich mir etwas mehr Hintergrundwissen über die englische Monarchie gewünscht, um auch die Kindern mehr erzählen zu können… So war ich nicht vorbereitet, was auch nicht weiter schlimm war.

kensington palace

kensington palace_a

Als wir dort waren, konnten wir uns eine Ausstellung zum Wandel von Lady Diana´s Kleidungsstil ansehen. Was mich am meisten beeindruckt hat, dass ich fast alle Kleider und auch Entwurfsskizzen von Fotos aus der Presse kannte. Viele stammten noch aus meiner Kindheit. Sie muss wirklich unglaublich oft fotografiert worden sein, dass mir ihre Kleidungsstücke so präsent sind.

lady di_kensington palace

Ein Highlight waren auf jeden Fall die Royal Mews – die königlichen Stallungen. Unsere Jungs sind so durch gelaufen und haben die Rallye gemacht, wir Mädels haben uns einen Audio Guide geben lassen, weil wir alles ganz genau wissen wollten.

royal mews_horse

Der Borough Market ist auch toll für Kinder , weil es so viel zu entdecken gibt.

borough market

Insgesamt wollten wir uns vor allem durch die Stadt treiben lassen und viel von dem Flair und der Energie aufnehmen. Uns war auch von Anfang an klar, dass wir bestimmte Dinge nicht machen werden, Shoppen zum Beispiel oder Cocktails trinken, auch den Camden Market und einen Besuch im Tower haben wir uns ganz bewusst für den nächsten Besuch aufgehoben, auch weil mein Mann und ich beides noch nicht kennen und wir hoffen, dass unser Lütter mehr davon hat, wenn er etwas größer ist und sich dann auch daran erinnern wird.

Ich habe schon erwähnt, dass wir viel Bus gefahren sind. Das ist gerade mit Kindern eine tolle Möglichkeit ohne großen Aufwand viel zu sehen. Hier gibt es einen Übersichtsplan über die wichtigsten Buslinien der Innenstadt, den hatten wir zuhause mehrfach ausgedruckt und ziemlich oft in der Hand…

So waren wir außerdem in der Portobello Road, sind an der Royal Albert Hall vorbeigefahren, haben Paddington einen guten Morgen gewünscht, waren mehrmals auf dem Diana Memorial Playground (weil es den Kindern so gut gefallen hat), in der National Bank waren wir auch und in St. Paul’s, wir haben Temple erkundet und mussten leider auf die Wasserfontänen in Somerset House wegen einer Veranstaltung verzichten, und und und. Es war so schön!

Ich merke, wie ich richtig ins Schwärmen komme und freue mich wie ein kleines Kind auf Teil 2 meiner London mit Kindern Tipps!

Bis dahin,
viele Grüße
Sandra

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„Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer

Heute mal ein Buch für uns Mamas – ich bin mir nicht sicher, ob Männer es mögen und verstehen würden  – „Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer.

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Während ich noch überlege, was heute und die gesamte Woche ansteht, erfahre ich, dass auf Insta das heutige Thema der #lebenmitkindchallenge „Ordnung“ heißt.

Und schon schwirren einige Gedanken in meinem Kopf herum, die irgendwie alle mit diesem Buch zu tun haben und mit der Textstelle, die mich am meisten berührt hat. Aber von Anfang an. „Die Ehefrau“ ist das erste Buch, welches ich von Meg Wolitzer gelesen habe und ich habe lange überlegt, was ich denn nun schreiben soll, denn die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt:

Die Frau des berühmten Schriftstellers Joseph Castleman erzählt in Rückblenden von ihrem gemeinsamen Leben.

Genauso schnell sind die 270 Seiten gelesen. Aber genau das sollte man nicht tun, denn der eigentliche Wert dieses Buches liegt in den Gedanken, die es auslöst. Instinktiv fragt man frau sich, ob sie genauso gehandelt hätte und warum zum Teufel Joan dies alles mitmacht?

Insgesamt beobachtet und beschreibt Meg Wolitzer den Zirkel der wichtigen, schreibenden Männer, die Joe Castleman um sich schart so pointiert, dass ich sogar die Sitzfalten der Jacketts vor mir gesehen habe.

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Was hat denn das Buch nun mit der Insta challenge zu tun? Ganz einfach, weil es das ist was Ehefrauen tun. Sie sorgen für Ordnung. Ehefrauen sorgen. Und schon sind wir bei der Textstelle, die mich am meisten berührt hat. Joan Castleman ist verbittert, denn in all den Jahren hat sie die Kinder großgezogen, ihren Mann in seinen schriftstellerischen Aktivitäten unterstützt, seine Seitensprünge ignoriert und dabei ihr eigenes Talent hinten an gestellt.

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Es ist nichts schlechtes oder verkehrtes daran für andere zu sorgen. Denn es macht die Welt ein Stückchen besser und netter. Die eigentliche Tragik besteht darin, dass Sorgen keinen Wert in der Gesellschaft hat, obwohl es ein wichtiger gesellschaftlicher Stützpfeiler ist. Dieses muss auch Joan Castleman erkennen und fragt sich, wo sie eigentlich falsch abgebogen ist, in ihrem Leben. Dabei hätten ihr doch alle Türen offen gestanden, oder etwa doch nicht?

 

Viel Spaß beim Lesen
Sandra

 

 

 

 

 

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