Archiv der Kategorie: Lieblingsbücher

„Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer

Heute mal ein Buch für uns Mamas – ich bin mir nicht sicher, ob Männer es mögen und verstehen würden  – „Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer.

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Während ich noch überlege, was heute und die gesamte Woche ansteht, erfahre ich, dass auf Insta das heutige Thema der #lebenmitkindchallenge „Ordnung“ heißt.

Und schon schwirren einige Gedanken in meinem Kopf herum, die irgendwie alle mit diesem Buch zu tun haben und mit der Textstelle, die mich am meisten berührt hat. Aber von Anfang an. „Die Ehefrau“ ist das erste Buch, welches ich von Meg Wolitzer gelesen habe und ich habe lange überlegt, was ich denn nun schreiben soll, denn die eigentliche Geschichte ist schnell erzählt:

Die Frau des berühmten Schriftstellers Joseph Castleman erzählt in Rückblenden von ihrem gemeinsamen Leben.

Genauso schnell sind die 270 Seiten gelesen. Aber genau das sollte man nicht tun, denn der eigentliche Wert dieses Buches liegt in den Gedanken, die es auslöst. Instinktiv fragt man frau sich, ob sie genauso gehandelt hätte und warum zum Teufel Joan dies alles mitmacht?

Insgesamt beobachtet und beschreibt Meg Wolitzer den Zirkel der wichtigen, schreibenden Männer, die Joe Castleman um sich schart so pointiert, dass ich sogar die Sitzfalten der Jacketts vor mir gesehen habe.

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Was hat denn das Buch nun mit der Insta challenge zu tun? Ganz einfach, weil es das ist was Ehefrauen tun. Sie sorgen für Ordnung. Ehefrauen sorgen. Und schon sind wir bei der Textstelle, die mich am meisten berührt hat. Joan Castleman ist verbittert, denn in all den Jahren hat sie die Kinder großgezogen, ihren Mann in seinen schriftstellerischen Aktivitäten unterstützt, seine Seitensprünge ignoriert und dabei ihr eigenes Talent hinten an gestellt.

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Es ist nichts schlechtes oder verkehrtes daran für andere zu sorgen. Denn es macht die Welt ein Stückchen besser und netter. Die eigentliche Tragik besteht darin, dass Sorgen keinen Wert in der Gesellschaft hat, obwohl es ein wichtiger gesellschaftlicher Stützpfeiler ist. Dieses muss auch Joan Castleman erkennen und fragt sich, wo sie eigentlich falsch abgebogen ist, in ihrem Leben. Dabei hätten ihr doch alle Türen offen gestanden, oder etwa doch nicht?

 

Viel Spaß beim Lesen
Sandra

 

 

 

 

 

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Vom Vorlesen und Philosophieren

Ihr Lieben,

heute kommt mal wieder eine Buchempfehlung von uns zu euch. Diesmal sind es zwei Bilderbücher, die ich euch vorstellen möchte.

Beiden gemeinsam ist, dass jeweils ein Bär im Mittelpunkt steht, der keine ganz klassische Geschichte erlebt. Beide Bücher haben einen anderen Ansatz.

In der Geschichte vom „Bär(en), der nicht da war“ von Oren Lavie stellt der Bär sich und denen, den er begegnet, wunderbar philosophische Fragen, z.B.

Oren LAVIE der Bär, der nicht da war

ob es besser ist, der Erste oder der Letzte zu sein, wenn man der Einzige ist. Zusätzlich stellt er fest, dass er es besser findet an Blumen zu riechen, als sie zu zählen und auch dass es dazugehört sich zu verirren, wenn man geradeaus möchte.

Oren LAVIE der Bär, der nicht da warOren LAVIE der Bär, der nicht da war

 

Ich finde das Buch ehrlich ganz wunderbar. Auf eine nette Art und Weise bietet es die Möglichkeit sich mit den Absurditäten des Lebens auseinanderzusetzen und auch mal eine andere Sichtweise anzunehmen. Zugegeben ein, zwei Stellen sind etwas sperrig, wir haben diese ab und zu ausgelassen.

Das zweite Buch „Der Bär und das Wörterglitzern“ besticht vor allem durch seine wundervollen Illustrationen, die ich mir glatt ins Wohnzimmer hängen könnte.

Agnès de Lestrade Der Bär und das WörterglitzernAgnès de Lestrade Der Bär und das Wörterglitzern

Es ist ein stimmungsvolles Buch, welches fast ganz ohne Text auskommt und dadurch ebenfalls zum Dialog zwischen Vorleser und Zuhörer anregt. Ich bin glatt dafür, ab und zu nur über die Bilder zu sprechen und den Text ganz und gar wegzulassen. Jeder kann so seine ganz eigene Interpretation finden und seine Gefühle in Worte kleiden. Wer mehr sehen möchte, hier ist es ganz wundervoll in Szene gesetzt.

 

Viel Spaß beim Schmökern, Träumen und Philosophieren wünscht euch,
Sandra

 

 

 

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Lesen lernen – wie es bei uns war

Ich habe das große Glück, dass meine beste Freundin Bibliothekarin ist, und das nicht nur mit Leib und Seele, sondern sich auch auf Kinderbücher spezialisiert hat. Also werden wir immer mit Tipps und Büchern versorgt!

Aber nicht nur sie, auch alle anderen in unserem Umfeld lesen gern. Also lesen nicht nur Mama und Papa gern und viel vor, sondern auch alle Omas und Opas, sowie Tanten und Onkel.

Was habe ich mich auf den Zeitpunkt gefreut, als wir endlich, ENDLICH Bücher mit unserer Tochter anschauen konnten! Ich habe dem Moment regelrecht entgegen gefiebert! 😉 Die nächste Steigerung war dann der Umstieg von Wimmelbüchern u.ä. auf Bilderbücher MIT TEXT!

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So konnte es passieren, dass sie mir beim Abholen von der Kita mit einem Buch entgegen kam. Dieses habe ich dann natürlich vorgelesen und schwupp, die wupp, hatte ich die ganze Gruppe um mich herum. Der Lütte hat das auch gemacht, aber leider fanden das die Erzieher doof…
Wir haben auch immer über die Bilder und Geschichten gesprochen, Fragen gestellt (Wo ist der rote Eimer?), Lieder passend zu den Bildern gesungen (also ich habe gesungen – z.B. „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“).

Besonders wichtig war und ist mir immer noch, dass wir Bücher aussuchen, die auch mir Spaß machen. Um Freude an Bücher zu vermitteln, kann es ja nicht verkehrt sein, wenn der Vorleser sich ebenfalls amüsiert…
Die einzigen pädagogischen Bilderbücher, die wir jemals Zuhause hatten, hatten zwei Themen, dass Kinder nicht mit Fremden mitgehen dürfen und was passiert, wenn wir ein Baby bekommen.
Wir haben uns auch nie vor zuviel Text gescheut. Wenn es für uns, für die Kinder oder die Situation zuviel war, haben wir entweder beim Lesen abgekürzt oder ein anderes Buch gelesen. Abkürzen und Stellen auslassen ist für uns ein ganz legitimes Mittel, gerade Kleinkinder verstehen oft noch nicht jeden Nebensatz.

Wenn uns, mir oder dem Kind ein Buch nicht gefallen hat, sprechen wir auch darüber. Dann fallen Sätze wie: „Das war ja komisch.“ oder „Hast du das verstanden?“ oder auch „Mir hat das Buch nicht gefallen und dir?“ Unser Austausch ist immer offen, wenn das Kind die Geschichte mag, lesen wir sie weiterhin vor.

Wir haben unserer Großen auch in der ersten und zweiten Klasse noch weiter vorgelesen und ab und zu abgewechselt dabei. Das Kind ein kleines Stück, der Große etwas mehr.  Leseanfänger lesen noch jeden Buchstaben, da kann schon 10x dasselbe Wort/ derselbe Name gestanden haben, sie lesen anders als wir. Also lasst ihnen Zeit. Das wird!

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Insgesamt haben wir NIE von unserer Großen gefordert, dass sie lesen soll. Wir haben ihr in dieser Beziehung sehr viel Freiraum gelassen. Irgendwie sind wir davon ausgegangen, dass sie es einfach lernen will. Außerdem haben wir gerade in der Anfangszeit permanent für interessanten Lesenachschub gesorgt. 😉

Seit der 3. Klasse hat unser Austauch noch andere Dimensionen angenommen. Nicht nur ich habe ihr die Bücher gezeigt, die ich als Kind geliebt habe. Auch sie hat mir ihre Favoriten zu lesen gegeben. Es ist so schön. Ich liebe es!

Ich bin schon gespannt, wie das Lesen lernen bei unserem Kleinen abläuft. Vor allem weil die Große sich nicht für Detektivgeschichten begeistern kann. Daher hege ich als großer ???-Fan noch Hoffnung… 😉 Bis dahin, lesen wir einfach weiter.

Ganz liebe Grüße
eure Sandra

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