Gewitterwolken beim (Vor-)Pubertier oder das Leben in Kreisen

Mein Schwiegervater hat mich, als frischgebackene Mami, mal gefragt, auf welches Alter, auf welche Zeit ich mich mit ihr am meisten freue. Meine Antwort lautete, auf Jede gleich!
Ich dachte mir, dass selbst die herausforderndsten Zeiten, auch immer Schönes beinhalten werden. An dieser Sichtweise hat sich bis heute nichts geändert!

Seitdem habe ich vieles gelernt und bin mir mittlerweile bewusst, dass ich längst noch nicht alles weiß. Wir haben alle gewisse Vorstellungen davon, wann was in einem Kinderleben los ist, welche Entwicklungsschritte das Kind meistern wird.

Wovon ich mir keine Vorstellung gemacht habe ist, dass bestimmte Verhaltensweisen nicht nur phasentypisch sind, sondern dass sie immer wieder auftreten werden und dass man manchmal das Gefühl haben kann, sich rückwärts zu bewegen.

Aber wisst ihr, was mich wirklich überrascht hat? Es war die Art und Weise wie vorpubertäre Kinder mit Konflikten umgehen. Ich muss gestehen, ich habe mich erschrocken, weil ich nicht damit gerechnet habe. Ich habe nicht damit gerechnet, wie emotional diese Kinder sind und dass mitunter alles was wir ihnen jahrelang, immer und immer wieder zum Umgang mit Konflikten beigebracht haben, scheinbar vergessen ist.

Es gab nicht nur ein paar Momente mit unserer Großen, sondern auch welche, in denen ich nur unbeteiligte Zuschauerin war. In denen wurde geweint, diskutiert, nicht zugehört, geschubst, gerempelt und (für mich) ganz neu, einfach nicht aufgehört, als fände die Wut, die Enttäuschung immer wieder neue Nahrung. Von den Erwachsenen Beteiligten wurde gerade dieses als furchtbar anstrengend empfunden. Was es durchaus ist, keine Frage. Wer streitet schon gern den halben Nachmittag?!

Warum die Süßen so streiten und sie scheinbar alles wieder vergessen haben, weiß ich nicht. Was ich weiß bzw. jetzt erfahren habe ist, dass wir alle den Umgang mit Konflikten immer wieder lernen und wiederholen müssen. Es scheint wichtig zu sein, auch noch 10- oder 11-Jährigen wieder daran zu erinnern, dass sie ihre Wut, Enttäuschung, was auch immer, verbalisieren sollen. Dass es nicht ok ist, anderen weh zu tun und dass es schöner und meistens zielführender ist, nicht gleich loszubrüllen oder beleidigend zu werden. Denn der erste Impuls der Erwachsenen war, die Kinder „in die Ecke zu schicken“, sie förmlich allein zu lassen, weil sie sich so unmöglich benehmen und sie es nun doch mittlerweile wirklich wissen müssten, wie man konstruktiv streitet.

Sicher, im Streitmoment, wenn sie nicht erreichbar für sachliche Argumente sind, dann bin ich auch dafür, ihnen ein Stoppschild vor die Nase zuhalten. Mir geht es vor allem um das Später, um das Danach. Dann ist es unsere Pflicht als Eltern, noch einmal mit ihnen das Gespräch zu suchen und wieder einmal zu erklären, wie gehen wir mit Konflikten um. Was könnten Hilfsmittel sein, um einen Streit nicht eskalieren zu lassen? Wie erreiche ich dich, mein liebes Kind, wenn du so aufgebracht bist? 

Viele Grüße
Sandra

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Vom Vorlesen und Philosophieren

Ihr Lieben,

heute kommt mal wieder eine Buchempfehlung von uns zu euch. Diesmal sind es zwei Bilderbücher, die ich euch vorstellen möchte.

Beiden gemeinsam ist, dass jeweils ein Bär im Mittelpunkt steht, der keine ganz klassische Geschichte erlebt. Beide Bücher haben einen anderen Ansatz.

In der Geschichte vom „Bär(en), der nicht da war“ von Oren Lavie stellt der Bär sich und denen, den er begegnet, wunderbar philosophische Fragen, z.B.

Oren LAVIE der Bär, der nicht da war

ob es besser ist, der Erste oder der Letzte zu sein, wenn man der Einzige ist. Zusätzlich stellt er fest, dass er es besser findet an Blumen zu riechen, als sie zu zählen und auch dass es dazugehört sich zu verirren, wenn man geradeaus möchte.

Oren LAVIE der Bär, der nicht da warOren LAVIE der Bär, der nicht da war

 

Ich finde das Buch ehrlich ganz wunderbar. Auf eine nette Art und Weise bietet es die Möglichkeit sich mit den Absurditäten des Lebens auseinanderzusetzen und auch mal eine andere Sichtweise anzunehmen. Zugegeben ein, zwei Stellen sind etwas sperrig, wir haben diese ab und zu ausgelassen.

Das zweite Buch „Der Bär und das Wörterglitzern“ besticht vor allem durch seine wundervollen Illustrationen, die ich mir glatt ins Wohnzimmer hängen könnte.

Agnès de Lestrade Der Bär und das WörterglitzernAgnès de Lestrade Der Bär und das Wörterglitzern

Es ist ein stimmungsvolles Buch, welches fast ganz ohne Text auskommt und dadurch ebenfalls zum Dialog zwischen Vorleser und Zuhörer anregt. Ich bin glatt dafür, ab und zu nur über die Bilder zu sprechen und den Text ganz und gar wegzulassen. Jeder kann so seine ganz eigene Interpretation finden und seine Gefühle in Worte kleiden. Wer mehr sehen möchte, hier ist es ganz wundervoll in Szene gesetzt.

 

Viel Spaß beim Schmökern, Träumen und Philosophieren wünscht euch,
Sandra

 

 

 

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Ich liebe Partys oder die coolste Party aller Zeiten

Erinnert ihr euch an diesen Post und vor allem an den Auslöser? In den letzten Wochen haben wir den Geburtstag unserer Großen gefeiert und weil es ein besonderer Geburtstag war, gab es diesmal nicht nur eine Kindergeburtstagsparty, sondern auch eine große Sause mit allen Großeltern, einem Teil der Urgroßeltern, Tante, Onkel, Cousins und Freunden.

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Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich liebe Partys! Ehrlich wahr, ich liebe alles daran und weil Sommerparties, die besten Parties sind, haben unsere Kinder auch im Sommer Geburtstag beginnt unsere Partysaison Ostern und endet im Oktober, wenn es langsam zu kalt zum draußen Sitzen wird…

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Dabei ist es egal, ob Kindergeburtstag oder Mädelsabend. Ich habe einen solchen Spaß daran mir ein Thema auszudenken und dann nach passender Deko Ausschau zu halten und in meinem Fundus nach brauchbaren Stücken zu suchen. Ich recherchiere stundenlang nach Rezepten, die allen schmecken und mir obendrein Zeit mit den Gästen lassen. Für die Kinder denke ich mir Spiele, Rätsel oder andere Beschäftigungen aus. Die Erwachsenen verwöhne ich mit Leckereien und schmeiße dabei auch gern alle Ernährungsprinzipien über Bord.

Es gibt nur eines, was ich noch nicht so bloggermäßig hinbekomme. Ich mache so gut wie nie Fotos… Das soll sich in Zukunft ändern, denn ich möchte euch so gern an meiner Freude und Leidenschaft teilhaben lassen. Wer weiß, vielleicht kann ich euch ja anstecken oder die Bedenken, ob des ganzen Aufwands nehmen?! Denn auch leidenschaftliche Gastgeber sind selbst gern Gäste…;)

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Unsere Große wollte dieses Jahr eine Übernachtungsparty und weil sie schon groß ist und am allerliebsten noch größer wäre, hat sie die Unterhaltung ihrer Gäste allein übernommen. Wir waren nur für die Organisation und die Bereitstellung von ausreichend Verpflegung zuständig. Es war herrlich! 😉

Ihre sieben Gäste kamen also um 16h mit ihren Fahrrädern und dem Übernachtungsequipment bei uns zuhause an. Als alle da waren waren, haben sie sich ihre Räder geschnappt und sind ALLEIN los und haben eine kleine Radtour gemacht. Es hatte die Tage davor ziemlich geregnet, deswegen haben die Kinder dann bei uns auf der Terrasse gepicknickt und auf der Wiese „ticken“ u.ä. gespielt. Wir haben nur so ab und zu einen Blick auf sie geworfen und ihre Ausgelassenheit bestaunt und uns gefreut, wie schön sie anzusehen sind!
Es war aber einfach wundervoll – die Sonne strahlte mit ihnen um die Wette und die Rosen blühten im Hintergrund.

Gegen 19.30h waren Pommes, Chicken Nuggets und Chicken Wings fertig. Anschließend wurde das Wohnzimmer in einen Kinosaal verwandelt, die Süße durfte ein vorzeitiges Geschenk auspacken – eine Auswahl an 4 coolen Filmen,  dieser, dieser, dieser und dieser– und dann ging es los. Ich habe Snacks bereit gestellt, der Lütte ist ins Bett gegangen, nach dem Film wurden Schlafsäcke und Isomatten ausgerollt und dann sind sie sofort um 5h morgens eingeschlafen.

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Am nächsten Morgen waren dann alle putzmunter äh naja, sagen wir mal so, Gott sei Dank gab es NUTELLA! Beim Geschenke auspacken waren alle dann so einigermaßen wach. 😉

Zumindest waren sie sich einig, das war die coolste Party aller Zeiten!

Und DAS fanden der Papa, der Lütte und ich auch!

Viele Grüße
Sandra

 

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