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Es ist nur eine Phase oder Kochen für Kinder

Da schrieb ich doch gerade erst, voller Zuversicht und mit der vergangenen Erfahrung, „Und die Kinder mögen es auch…“ und nun so etwas.

Das Schulkind hat sich dem Paprika-Sahne-Hähnchen verweigert. Ich habe es genauso gekocht wie letztes Schuljahr, genau so wie es letztes Schuljahr immer wieder vom Schulkind gewünscht worden war. Es waren zuviele Paprika-Stückchen drin. Ich brauche einen neuen Pürierstab! ECHT! Ich habe schon seit einer Weile das Gefühl die Klingen seien nicht mehr scharf. Aber das nur am Rande.
Das Schulkind hatte also keinen Hunger und aß gerade so 1,5 EL Reis. Pur. Und Yoghurt mit Honig. Zum Nachtisch. Aber auch nur 1,5 Schüsselchen. Lieber schmökerte es in seinem Drachenbuch.

Es ist also amtlich, das Schulkind entwickelt sich zum mäkeligen Esser. Und dass obwohl es immer so gut unkompliziert gegessen hatte. MOMENT stimmt das überhaupt?!

Es ist doch so, häufig fällen wir Urteile , die nicht unbedingt objektiv sind. In diesem Fall, das Schulkind mochte noch nie Kohl, keinen gekochten Rotkohl, kein Sauerkraut, keinen Rosenkohl, keine Kohlrouladen,….

ABER es ist ganz gern Rotkohl-Rohkostsalat. Im Zuge der Entdeckung der „Hotzenplotz“ Bücher probierte es ein paarmal Sauerkraut. Auch winzige Rosenkohlstückchen fanden ab und zu ihren Weg in den Mund.

Die anderen Gemüsesorten, die es mag, nenne ich jetzt nicht. Nach Murphy´s Law wird genau dabei dann gemeckert. Nur soviel, es sind nicht wenige. Obst ist auch dabei und Fisch und, und, und. Aber ja, es stimmt auch, dass immer öfter gemeckert wird und ich dass dann oft NERVIG herausfordernd finde.

Aber warum stört es mich? Wenn ich ein bisschen darüber nachdenke stelle ich fest, dass ein Kommentar wie z.B. „Iiih, das esse ich nicht!!!!“ ein ganzes Konglomerat an Gefühlen und Gedanken auslöst. Es ist alles dabei: „Na danke schön, ich habe ja nur ewig in der Küche gestanden! Und mir viel Mühe gegeben! Sonst hast du es auch immer gegessen! Ich wusste es! Hat das Kind denn keinen Hunger? Es gibt nichts anderes! Und auch keinen Nachtisch! Da muss ich jetzt hart und konsequent bleiben! Aber immer nur Süßkram essen wollen! Es ist doch schon so dünn! Ist es inkonsequent, wenn ich erlaube, dass es sich ein Brot macht?“ Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Vor ein paar Jahren sprachen wir Kita-Elternvertreter mit der Leitung und der Hauswirtschaftsleitung über das Mittagessen. Dabei kam heraus, dass die Schulkinder (die nachmittags zur Hortbetreuung kamen) mäkeln und kein Gemüse mehr mögen würden. Ich hakte nach, wieso „mehr“? Und überhaupt nur diese, jetzigen, aktuellen Schulinder, oder wie? Die Hauswirtschafterin lächelte, im Laufe der vielen Jahre haben sie festgestellt, dass die Schulkinder zu Gemüseverweigerern und Mäkelfritzen mutierten. Immer wieder. Dieselben Kinder, die in der Krippe noch begeistert ALLES aßen, wurden nun wählerisch. Wir lachten alle ein wenig hilflos und trösteten uns damit dass es wohl nur „eine Phase“ sei.

Alle erfahrenen Eltern nicken jetzt und sind trotzdem nicht schlauer. Denn wie wir wissen, nach der Phase ist vor der Phase. Was also tun?

Zunächst einmal locker bleiben! Oma hat recht, wenn sie sagt: „An einer vollen Krippe ist noch nie jemand verhungert.“ Sie verhungern nicht unsere Süßen!

Ok und wie weiter?

Wir machen uns bewusst, dass wir ja nicht nur für unsere Mäkelfritzen kochen, sondern auch für uns selbst und die anderen Familienmitglieder.

Dann öffnen wir unseren Blick und überlegen, was sie doch gern essen und servieren das einfach regelmäßig. Und wenn es eben Rohkost ist. Ab und zu mogeln wir etwas unter und freuen uns sehr, wenn es unbemerkt bleibt! Ansonsten immer locker lassen!!!

Ich gebe Euch jetzt bewusst keine Ratschläge wie, dann aber keinen Nachtisch! Oder irgendetwas in der Art. Das muss jede Familie für sich entscheiden. Uns ist wichtig, dass das Thema Essen nicht zu wichtig wird. Gesunde Ernährung ist wichtig, keine Frage! Wir wollen gesund, schön, klug und fit bleiben! Das wissen auch die Kinder. Aber wir haben noch 10000000 andere Dinge über die wir reden, streiten und lachen wollen.

Wer sich für weitere entspannte Dinge zum Thema Essen mit Kindern interessiert, kann bei Herbert Renz-Polster  und seinem Buch „Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt.“ reinschauen.

Und jetzt alle mal hinstellen, Beine hüftbreit auseinander, leicht in die Knie gehen, die Hüfte schwingen und immer locker mit dem Beat….

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Unsere BIO-Kiste und wie das so ist mit den (guten) Vorsätzen

Am Freitag kam unsere BIO-Kiste. Alle 2 Wochen lassen wir uns eine BIO-Kiste mit Gemüse liefern und wir lassen uns jedes Mal überraschen was drin sein wird. Das machen wir jetzt schon viele Jahre. Ich mag das sehr, zum einem weil wir dadurch um einiges vielfältiger essen. Bestimmte Gemüsesorten würde bzw. hätte ich im Laden niemals kaufen/gekauft. Zum anderen erfordert sie eine ganz andere Kreativität. Wenn der Fenchel/Topinambur/Blumenkohl oder was auch immer da ist, dann will und muss er verbraucht werden.
Der 2-Wochen-Rhythmus hat sich bei uns einfach bewährt.

BIO-Kiste tomatenstulleblog.wordpress.com

Dies Mal hatten wir: Möhren, gelbe Paprika, Zucchini, Fenchel, Mini-Gurken, 1 Steckrübe und glatte Petersilie.

Verbraucht haben wir als Knabbergemüse: 1 Möhre, 1 Gurke, 1 Paprika.

Was ich mit dem Rest mache, weiß ich noch nicht bzw. will ich noch nicht kundtun, denn…

… von meinem angekündigten und geplanten Vitamin D-Essen habe ich bis jetzt auch noch nicht alles umgesetzt. Die Kartoffeln mit Spinat und Ei wurden am Wochenende kurzerhand durch Nudeln mit Spinat ersetzt. Ich hatte schlichtweg keine Lust Kartoffeln zu schälen. So ist das manchmal. Da macht man Pläne und dann kommt alles anders. Ihr kennt das bestimmt. Das Leben ist einfach so. Oftmals stressig genug, da müssen wir uns nicht auch noch wegen des Essens unter Druck setzen.

Denn gesund soll es sein, und BIO, und regional, und saisonal, und schonend zubereitet, damit ja keine Nährstoffe verloren gehen, und, und, und. Manchmal frage ich mich, wie die Menschheit so lange überleben konnte. So ganz ohne Dampfgarer, BIO, veganem Essen, Chia-Samen und was es sonst noch gibt.

Keine Frage, ich probiere gern eine Menge aus. Freue mich wie wild, wenn ich ein neues, gesundes Gericht gefunden habe, das allen schmeckt. Ich unterschätze auch keinesfalls die Auswirkungen, die Lebensmittel auf uns haben. Wer aus gesundheitlichen Gründen sich besonders ernähren muss/will, der bekommt nicht nur mein Verständnis, sondern auch meine Unterstützung. Vor allem, wenn er bei mir am Tisch sitzt. Aber ich will mich nicht verrückt machen lassen von übersteigerten Erwartungen und Ansprüchen, wenn ich mal keine Lust oder Zeit habe!

Keiner von uns wird krank, wenn wir mal nur Baguette und Würstchen zum Abendbrot essen.

Ich bin für LOCKER LASSEN.

Viele Grüße,
Eure Sandra

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19. Januar 2015 · 14:00